Als Geisteswissenschaftlerin im Online Marketing durchstarten

Als Geisteswissenschaftlerin im Online Marketing durchstarten

Marta Fischer hat Geschichtswissenschaften studiert. Dann stellte ein Praktikum die Weichen – überraschend, zufällig, aber passt. In einem Gastbeitrag schildert sie ihren Weg aus der Historik in die Medienbranche.

Mein gesamtes Studium habe ich darauf hingearbeitet, später an der Uni zu arbeiten. Der ideale Plan sah so aus: Studium der Geschichtswissenschaft, Master gut abschließen, danach wissenschaftliche Hilfskraft, forschen und lehren und dann irgendwann am Ende des Weges die Professur.

Zunächst lief der Plan auch super. Ich habe mein Studium leidenschaftlich verfolgt, gute Noten geschrieben und nebenbei als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Historische Hilfswissenschaften gearbeitet. Dadurch habe ich schon früh an Forschungsprojekten mitgewirkt und durch Tagungen und Konferenzen tiefe Einblicke in die Wissenschaftswelt bekommen. Außerdem habe ich während meines gesamten Studiums als Tutorin gearbeitet und meine eigenen Lehrveranstaltungen konzipiert und durchgeführt.

Eigentlich sollte es eine Wissenschaftskarriere werden

Deswegen habe ich mir nie viele Gedanken um alternative Karrierewege gemacht – bis dann das Ende meines Studiums kam und ich keine Stelle im Wissenschaftsbetrieb bekam. Wie leider allzu oft im geisteswissenschaftlichen Bereich gab es nicht genug Geld. Ich hatte also einen “ausgezeichneten” Masterabschluss, aber keinerlei Plan für die Zukunft.

Durch Zufall stieß ich dann in einer Facebook-Gruppe auf eine Stellenanzeige der Online-Marketing-Agentur Digital Minds: “Praktikum Online Marketing Manager”. Zwei Dinge haben mich überzeugt, mich für das Praktikum zu bewerben:

  1. Marketing, vor allem Online Marketing, wird heutzutage in fast allen Betrieben dringend gebraucht. Firmen jeder Branche und Größe haben Webseiten und Dinge wie Google Ranking, ein ansprechender Onlineauftritt und Social Media werden immer wichtiger.
  2. Ortsunabhängigkeit und flexible Arbeitszeiten während des Praktikums erlauben es, das Studium problemlos weiterzuführen.

Geisteswissenschaftler*innen sind auch im Marketing gefragt – mit ersten Praxiserfahrungen noch mehr

Zunächst mag es ein wenig abwegig klingen, als Geisteswissenschaftlerin den Weg ins Marketing zu gehen. Zahlreiche Studiengänge bilden spezifisch Marketingspezialist*innen aus und somit ist die Konkurrenz relativ hoch. Philosophie- oder Spanischstudierende haben da keine Chance? Falsch! Denn während es stimmt, dass Marketing ein nicht unwesentlicher Teil vieler betriebswissenschaftlicher Studiengänge ist und sogar in eigenen Studiengängen gelehrt wird, gibt es auch hier viele Bereiche, in denen Geisteswissenschaftler*innen mit ihren im Studium erlernten Fähigkeiten punkten können.

Der große Vorteil von Online Marketing ist momentan, dass viele Unis es noch nicht, lediglich rudimentär oder nur sehr theoretisch in ihre Studiengänge inkorporieren. Das heißt, dass bei Bewerbungen auf Stellen diejenigen Bewerber*innen mit Praxiserfahrung sehr gute Chancen haben, auch wenn sie kein Marketing-Studium absolviert haben. Außerdem lernen Geisteswissenschaftler*innen im Studium, sich selbstständig in neue Themen einzuarbeiten, alle Facetten zu recherchieren und diese in passender sprachlicher Qualität zu präsentieren. Dies ist vor allem bei der Erstellung von userfreundlichem Content von großem Vorteil – und das ist eines der wichtigsten Standbeine im Online Marketing.

Rückblickend kann ich sagen: Das Praktikum hat sich für mich gelohnt. Ich habe unglaublich viel über Online Marketing gelernt. Ich habe Keywords recherchiert, Texte für Online-Plattformen geschrieben, den Umgang mit WordPress gelernt und vieles mehr.

Seit ungefähr zwei Jahren bin ich glücklich im Online Marketing tätig. Aber auch wenn du deine Zukunft nicht direkt im Online Marketing siehst: Die erlernten Fähigkeiten kannst du auch für unzählige andere Jobs und Karrierewege nutzen. Die Fähigkeit, Webseiten aufzubauen, zu pflegen und mit ansprechendem Inhalt zu füllen ist heutzutage immer ein wertvoller Bonus im Lebenslauf. So kannst du auch als Geisteswissenschaftler*in in neuen Bereichen durchstarten, ohne deine Leidenschaft für Recherche, das Schreiben von Texten und vielfältige Aufgaben aufgeben zu müssen.

 

Bild: von pexels

 

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