Von Mercedes bis Museum: Erste Schritte in den Arbeitsmarkt

Von Mercedes bis Museum: Erste Schritte in den Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt für Kulturanthropolog*innen ist alles andere als ein klares Feld. Mit diesem Beitrag möchte ich dir helfen, dir für den Berufseinstieg zu wappnen – mit einem Kompetenzprofil, einem Überblick zu Berufsfeldern und einer unverzichtbaren Linksammlung.

Das Kompetenzprofil

Als aller Erstes kannst du für dich selbst ein Kompetenzprofil erstellen, wie es an unserer Uni das Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfK) Berufseinsteiger*innen anbietet. Das gibt Durchblick und schafft Klarheit über  Fähigkeiten und Stärken, die du im Studium oder durch sonstige Erfahrungen und Tätigkeit gewonnen hast. Es ist zudem ein strategischer Vorteil, wenn du fähig bist, deine eigenen Kompetenzen bspw. in den Bewerbungsunterlagen oder in einen Bewerbungsgespräch souverän benennen zu können. Mit dem Kompetenzprofil schaffst du eine Orientierung für deine berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Du analysierst damit dein Können in Theorie und Praxis und kannst somit spezifischer und bewusster in die Arbeitswelt einsteigen.

Die linke Grafik bezieht sich auf dein jetziges Wissen sowie deine persönlichen Stärken und Kompetenzen. Die rechte Grafik bezieht sich auf dein zukünftiges Arbeitsumfeld. Rahmenbedingungen sind hier bspw. die Betriebsgröße oder Standortbestimmungen des Unternehmens. Werte beinhalten das, was dir in deinem Arbeitsumfeld wichtig ist z.B. umweltbewusstes Verhalten oder das Engagement in sozialen Projekten. Es ist von Bedeutung, dass sich deine Interessen mit dem des zukünftigen Arbeitsumfelds decken. Wenn du z. B. sehr interessiert an erneuerbaren Energien bist, dann wäre ein Unternehmen sehr passend, das sich damit beschäftigt.

Der nächste Schritt ist, Berufe und Positionen herauszufinden, die zu deinem Profil passen. Auch potenzielle Arbeitgeber*innen, die bei deinen Interessen und gewünschten Rahmenbedingungen in Frage kommen, sollten im nächsten Schritt recherchiert werden.

Arbeitsmarktorientierung: Arbeitsfelder und Berufsbezeichnungen

Oftmals verstecken sich hinter einfachen Beschreibungen und Bezeichnungen Anforderungen, die sich mit deinem Profil decken, aber auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Hier hilft es, sich Stellenausschreibungen und vor allem die Bezeichnungen der Stellen anzuschauen. Idealtypische Branchen und Wirtschaftszweige für Kulturanthropolog*innen sind Kultur, Medien, Öffentliche Verwaltung, Beratung und Coaching, Bildung, Forschung und Lehre sowie Politik. Aber auch ein möglicher Quereinstieg in andere Bereiche sollte als Option nicht außer Acht gelassen werden. Die nächsten Absätze sollen dir die Orientierung im Berufsbezeichnungs-Dschungel erleichtern. Ich habe mich bewusst für Bezeichnungen entschieden, die auf den ersten Blick nicht wie typische Berufsfelder von Kulturanthropolog*innen erscheinen.

Arbeitsumfelder und Berufsbezeichnungen

>> Bildung, Forschung, Lehre
Zum Beispiel an Universitäten, wissenschaftlichen Instituten und Volkshochschulen, aber auch bei vielen Organisationen und Vereinen:
  • Projektmitarbeiter/in
  • Studienberater/in
  • Bildungsreferent/in
Hilfreiche Links:
>> Kultur(-wirtschaft)
Zum Beispiel in Stiftungen, Museen und  Kultur- und Eventmanagement:
  • Mueseologe/in, Kurator/in
  • Fundraiser
  • Mitarbeiter/in PR-Eventmanager/in
  • Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in
Links zu einschlägigen Stellenbörsen:

>> Politik und öffentliche Verwaltung
Zum Beispiel in Ministerien, Verwaltungen und Kammern:

  • Sachbearbeiter/in
  • Projektmitarbeiter/in
  • Beamte/r auf Widerruf im Vorbereitungsdienst
  • Projektbeauftragte/r
  • Fachexperte/in

Links zu Jobangeboten in diesem Bereich:

>> Medien
Zum Beispiel im Verlagswesen und Journalismus:

  • Lektor/in
  • Pressesprecher/in
  • Medienmanager/in
  • Archivar/in

Einen interessanten Beitrag dazu gibt es bereits auf unserem Blog:

>> Freie Wirtschaft
  • Unternehmensberater/in
  • Handelsassistent/in
  • Personalreferent/in, Personalentwickler/in
  • Webdesigner/in

Die Branchen und dazugehörigen Bezeichnungen sind äußerst vielfältig. Berufsmöglichkeiten sind in erster Linie abhängig von deinen persönlichen Interessen, vorhandenen Kompetenzen, beruflichen Vorerfahrungen und Zielen sowie deiner eigenen Flexibilität.

Mehr zu diesem Berufsfeld findest du in diesem Blogbeitrag:

Tipp: frühzeitig Verzeichnis anlegen!

Es ist sinnvoll, sich schon während des Studiums ein Verzeichnis z. B. in Form eines Ordners anzulegen, wo du passende Berufsbezeichnungen, Unternehmen und Stellenausschreibungen sammelst, um später darauf zurückgreifen zu können. Ich würde dir auch empfehlen, frühzeitig  Kontaktdaten zu sammeln und gezieltes  Networking zu betreiben. Hierfür eignen sich auch Business-Portale wie Xing oder LinkedIn.

Ob Pressesprecher/in, Kulturmanager/in oder Unternehmensberater/in – unsere Einsatzorte als Kulturanthropolog*innen sind äußerst vielfältig, aber auch abhängig von persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften, gewählten Fächerkombinationen im Studium und der zeitlichen und räumlichen Mobilität. Das Erstellen eines Kompetenzprofils und das Beschäftigen mit eigenen Vorstellungen vom Arbeitsumfeld sowie zukünftigen persönlichen und beruflichen Zielen werden dir helfen, mögliche Berufsfelder und Branchen zu identifizieren. Zusammen mit spezifischen Berufsbezeichnungen, passenden Unternehmen und etwas Networking steht deinem zukünftigen Berufseinstieg nichts im Wege!

 

Bild: “doors” von Arek Socha auf Pixabay (Link zum Bild)

 

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