Bachelor, Master und dann Job, oder nicht?
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Bachelor, Master und dann Job, oder nicht?

„Und…was studierst du?“ Oder auch… „Ach, du studierst, interessant… ,Was denn?` Oft typische Fragen und ein guter Opener für einen Small Talk. Danach folgt – viele Studierende der Geisteswissenschaften werden es kennen – erst einmal der verzweifelte Versuch, sein Studium so verständlich wie möglich, und am besten noch in allen Nuancen die das Fach beinhaltet, darzustellen und zu beschreiben. 

Der zuhörende Gesprächsteilnehmer quittiert die Darstellungen jedoch nicht immer mit dem der Situation und dem Fach gebührenden Interesse, sondern lässt nicht selten eine abfällige Bemerkung fallen. 

Erste Beratung nach dem Bachelorabschluss

Tatsächlich ist das auch mir so passiert, bei einem Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit, nach meinem Bachelorabschluss.

Zwar hatte ich beschlossen, nach dem Bachelor ein Masterstudium zu absolvieren, jedoch dachte ich mir, dass ein wenig professioneller Input zur Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht schaden könnte. Freudig erwähnte ich also, dass ich nun meinen Bachelor in der Tasche habe und zum kommenden Wintersemester noch den Master an das Studium anhängen möchte.

Nach meinen Ausführungen bekam ich von dem Berater eine direkte, aber wenig hilfreiche Antwort: „Vergessen Sie es.“ Er riet mir, nicht den Master zu machen und einfach etwas anderes zu studieren. Einen neuen Bachelor oder wenn es auch ginge, einen nicht konsekutiven Master. Ohne weitere Erklärung seinerseits. Auch mein Studiengang Europäische Ethnologie war in seiner Aussage zu Ethnologie und der Forschung in Übersee geworden.

Für ihn war alles das Gleiche. Gleich sinnlos. Anstatt jedoch gegen zuhalten, war ich einfach nur sprachlos. Ein bisschen mehr Professionalität hätte ich von ihm schon erwartet. Zum Glück habe ich aber nicht auf ihn gehört. 

Gute Beratung ist wichtig

Bei einer weiteren Beratung habe ich festgestellt, dass es auch anders geht. Ich habe weitaus bessere Erfahrungen mit der Beratung des Hochschulteams der Uni Freiburg (ebenfalls initiiert von der Arbeitsagentur für Arbeit) gemacht und kann diese Beratung dort auf jeden Fall weiterempfehlen.  (http://www.studium.uni-freiburg.de/de/beratung/karriere). Die meisten Universitäten oder Hochschulen haben in den Städten ein Hochschulteam, bei dem man eine Beratung in Anspruch nehmen kann.

Bei der Beratung des Hochschulteams wurde meine Annahme bestätigt, dass der Bachelor im übertragenen Sinne wie ein Grundstein zu sehen ist. Der Bachelorabschluss ist wichtig und kann oft bereits ausreichend jobqualifizierend sein. 

Der Masterabschluss hat viele Vorzüge

Jedoch lässt der Master es zu, Zusammenhänge innerhalb der Disziplin und darüber hinaus besser zu verstehen, zu erforschen und sich auch weitere Soft Skills, wie beispielsweise noch besseres wissenschaftliches Schreiben und Argumentieren, anzueignen. Auch die Persönlichkeitsentwicklung wird weiter vorangetrieben und das selbstständige Arbeiten und  Organisieren gefördert. Es findet auf jeden Fall eine noch bessere Vorbereitung auf das Leben nach dem Studium statt. Außerdem ist zu beachten, dass Institutionen wie  Museen oft einen Masterabschluss als berufsqualifizierenden Abschluss voraussetzten. 

Fachstudienberatung

Eine gute Beratung ist wichtig, auch wenn man einen Masterstudiengang in Erwägung zieht, unter anderem um herauszufinden, ob sich Vorstellung und Realität nicht zu sehr voneinander unterscheiden. Dabei können oft schon manche Fragen von den Studienbüros der Institute kompetent beantwortet werden. Im Studienbüro am Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie wäre zur Zeit Frau Dr. Barbara Sieferle die richtige Ansprechpartnerin. (http://www.kaee.uni-freiburg.de/studium/studienbuero).

Jobeinstieg nach dem Bachelor

Natürlich kann man auch mit einem Bachelorabschluss in den Beruf starten. Aber Achtung! Es ist wichtig, sich früh genug nach geeigneten Arbeitsstellen umzuschauen. Aber auch hier kann das Hochschulteam (http://www.studium.uni-freiburg.de/de/beratung/karriere) der Universitäten eine gute Hilfe zum Einstieg sein, da dort beispielsweise ein Bewerbungsmappen-Check durchgeführt werden kann oder auch eine erste Beratung für die Stellensuche stattfinden kann. Es ist auch wichtig zu wissen, dass viele Arbeitsstellen nicht spezifisch für Kulturwissenschaftler_innen ausgeschrieben werden und manchmal sich auch Blicke links und rechts dem Schlagwort „Kultur“ lohnen.

Hoffnung nicht aufgeben

Egal, wie die Entscheidung dann schlussendlich ausfällt, ob der Master an den Bachelor angeschlossen wird, oder gleich der  Sprung in den Job gewagt wird, es ist immer wichtig im Kopf zu behalten, dass eine gute Beratung wichtig ist und wenn man unmotivierter den Beratungstermin verlässt, als man zu ihm gekommen ist, dann sollte man nicht aufgeben und eine weitere Beratung in Erwägung ziehen.

 Außerdem sollte man sich negative Kommentare nicht allzu sehr zu Herzen nehmen und auch Geduld und Verständnis mit Menschen haben, die die Vielfalt der Kulturwissenschaften nicht gleich erkennen können. Eine Kulturwissenschaft wie bspw. die Kulturanthropologie ist kein 08/15 Konstrukt und dennoch eine Disziplin, die vielseitig einsetzbar ist. 

 

Links:

http://www.studium.uni-freiburg.de/de/beratung/karriere

http://www.kaee.uni-freiburg.de/studium/studienbuero

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