LinkedIn als Werkzeug für die Jobsuche

LinkedIn als Werkzeug für die Jobsuche

In der zunehmend digitalisierten Welt verändert und beschleunigt sich auch die Arbeitssuche. Früher war sie auf das Durchforsten von Druckmedien wie Zeitungen und Magazinen beschränkt. Heute sind Jobportale oder interne Stellenmärkte von Arbeitgeber*innen häufig die erste Adresse. Ich möchte Dir Anregungen geben, wie Dir speziell LinkedIn bei der Jobsuche helfen kann. 

Wichtige digitale Werkzeuge bei der Jobsuche sind mittlerweile interaktive Netzwerkportale wie zum Beispiel Xing, Experteer und LinkedIn. Ich selbst habe mit der aktiven Nutzung von LinkedIn erst vor kurzem angefangen. Eine Zeit lang habe ich es nur als eine Art elektronischer Ablage für meinen Lebenslauf betrachtet. Mein Netzwerk bestand hauptsächlich aus Freund*innen und ehemaligen Kolleg*innen, mein Profil war einfach gestaltet und zählte meine bisherigen Tätigkeiten auf. Doch dann habe ich entdeckt, wie hilfreich LinkedIn tatsächlich bei der Vernetzung und beim Selbstmarketing sein kann.

Was ist LinkedIn?

LinkedIn ist wie ein Facebook-Konto für das Arbeits-Ich. Die Grundidee ist sehr ähnlich: Du richtest ein eigenes Profil ein, veröffentlichst regelmäßig Beiträge und vor allem vernetzt Du Dich mit anderen Menschen. Im Gegensatz zu Facebook dient LinkedIn allerdings von Anfang an als soziales Netzwerk für Beruf und Karriere. Das professionelle Social Network aus den USA ist zurzeit mit mehr als 610 Millionen Nutzer*innen das größte seiner Art und zu einem zusätzlichen Tool für die moderne Karriereplanung geworden (https://about.linkedin.com/). Es dient Personalvermittler*innen und Arbeitssuchenden als riesige Datenbank. Bestehende Geschäftskontakte können gepflegt, neue Verbindungen hergestellt werden.

Doch wie kannst Du LinkedIn für die Jobsuche nutzen? Egal, ob Du nach einem Praktikum, dem ersten Job oder einer Aufstiegsmöglichkeit suchst, die Deine Karriere vorantreibt – diese Tipps können Dir helfen:

Profiliere Dich zielgerichtet

Als Erstes musst Du Dich sichtbar machen und entsprechend deiner Zielsetzung präsentieren. In Deinem persönlichen Profil gibt es verschiedene Punkte wie beispielsweise “Berufserfahrung” und “Ausbildung”, die dich dabei leiten, mehr über Dich zu erzählen. Die “Überschrift” ist ein Abschnitt, in dem Du Dich kurz und prägnant vorstellst: Wer bist Du?, was bietest Du?, was suchst Du? Du kannst Deinen gegenwärtigen Abschluss angeben, deine Qualifikationen oder was für Stellenangebote Dich interessieren. Sage offen, was Du kannst und wonach Du suchst.

In der “Zusammenfassung” bzw. “Info” kannst Du diese Punkte weiter ausführen. Verwende hier Schlüsselwörter, die Dich am besten beschreiben und nach denen online gesucht wird. Nenne zudem Praktikastellen, Studienfächer, Projekte aus Deiner Arbeits- und Studienzeit und, wenn du schon Arbeitserfahrung hast, deine Arbeitgeber*innen.

In Deinem Profil findest Du auch einen Abschnitt für Deine “Kenntnisse und Fähigkeiten”. Fülle diesen Teil sehr sorgfältig und ausführlich aus. Hebe dabei die Fähigkeiten hervor, die Dich von anderen unterscheiden. Aber bleibe ehrlich. Wenn Du nicht gut im Zeitmanagement bist, solltest Du nicht angeben, dass Du mit Zeitproblemen gut umgehen kannst. 

Versuche immer, einen roten Faden in deiner Entwicklung zu zeigen, sodass dein Werdegang möglichst kohärent erscheint. Frage Dich immer selbst, inwieweit die genannten Erfahrungen zusammenpassen, was sie verbindet. Wenn Du nach eine internationale Karriere anstrebst, lohnt es sich außerdem, beide Abschnitte auf Englisch auszufüllen. Das empfiehlt sich ohnehin, damit Dich mehr Menschen finden. 

Präsentiere Dich multimedial

Nutze die Funktion, Medien hinzuzufügen. Zuerst ist ein aktuelles Profilbild wichtig. Mit einem Bild erhöhst Du die Glaubwürdigkeit Deines Profils, weil du dich als Person zeigst. Arbeitgeber*innen bekommen so einen weiteren Eindruck von Dir. Und auch, wenn es regelmäßig in der Kritik steht, kommt der äußerlichen Erscheinung im Bewerbungskontext doch nach wie vor immer noch eine große Bedeutung zu. Freizeit-Schnappschüsse oder Partybilder sind als Bewerbungsfotos ungeeignet. Versuche stattdessen, ein Bild zu finden, das eine gute Mischung aus sympathisch und seriös ist.

Bei LinkedIn ist es außerdem möglich, weitere Dateien wie Dokumente, Links, Bilder oder Videos hochzuladen. Auf diese Weise kannst Du Arbeitsproben, Zeugnisse oder Portfolios präsentieren. Falls Du eine eigene Webseite, ein Blog oder ähnliches hast, kannst du direkt darauf verlinken. Die Profilmaske enthält darüber hinaus Abschnitte, in denen Du weitere erworbene Kompetenzbelege hinzufügen kannst, beispielsweise Bescheinigungen über Kurse, ehrenamtliche Tätigkeiten oder eigene Veröffentlichungen. Wenn Du möchtest, kannst Du auch Deine weiteren Social-Media-Accounts verlinken. Nutze alle Bestandteile Deines Profils für Dich!

Aktualisiere Dein Profil regelmäßig

Oft ist es ja so: Wir melden uns in einem sozialen Netzwerk an, geben uns viel Mühe beim Erstellen unseres Profils und kümmern uns dann um unsere Kontakte. Nach der Freischaltung wird die regelmäßige Pflege des eigenen Profils aber häufig vernachlässigt. Doch gerade bei einer dynamischen Plattform wie LinkedIn ist es wichtig, up to date zu sein. Du solltest ab und an überprüfen, ob dein Profilbild noch aktuell ist und noch zu der beruflichen Zielsetzung passt, die du verfolgst. Vielleicht haben sich deine Prioritäten zwischenzeitlich verändert und ein anderes Bild passt besser? Sind Deine Abschlüsse und Dokumente auf dem neuesten Stand? Widersprüche in deinen Informationen ergeben ein verschwommenes Bild und könnten als falsche Darstellung interpretiert werden.

Aktualisierungen kannst Du übrigens auch strategisch nutzen. Sie sind ein guter Weg, um dich bei deinen Kontakten wieder ins Gedächtnis zu rufen. Denn LinkedIn verschickt automatisch eine Nachricht an Deine Kontakte und informiert sie darüber, dass sich bei Dir etwas verändert hat. Fortgeschrittene Nutzer*innen setzen diese Funktion daher sehr bewusst ein, um zu einem bestimmten Zeitpunkt auf sich aufmerksam zu machen. Ferner macht LinkedIn von sich aus regelmäßige Aktualisierungen erforderlich, weil es sich stetig weiterentwickelt. LinkedIn ändert häufig seinen Algorithmus, neue Funktionen kommen hinzu, alte werden erweitert.

Vernetze Dich

Ein weiteres wichtiges Thema bei der Förderung der Stellensuche über LinkedIn ist dein persönliches Kontakte-Netzwerk. Erweitere Dein Netzwerk! Damit bist Du nicht nur leichter zu finden, die Chancen auf einen Job-Tipp oder ein Arbeitsangebot erhöhen sich, je größer die Gruppe deiner Kontakte wird. Doch woher bekommst Du die richtigen Kontakte? Neue Kontakte findest Du, indem Du Menschen folgst und dich in den Themen- und Diskussions-Foren auf LinkedIn beteiligst, wo Du mit kompetenten Beiträgen punkten kannst. Trete also mit neuen Personen in Kontakt, suche aber auch in Deiner Historie nach Verbindungen. Ehemalige Kommiliton*innen oder Kolleg*innen können Dir theoretisch auch zu einem neuen Arbeitsverhältnis verhelfen. Man trifft sich immer zweimal, heißt es – das nächste Mal vielleicht am gleichen Arbeitsplatz.

 

Bild: Nanna Knaup

 

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