Mit Soft Skills punkten

Mit Soft Skills punkten

„Welche besonderen Eigenschaften bringen Sie in unser Unternehmen mit?“ – Ein Satz, den man entweder beim Durchstöbern von Stellenausschreibungen liest oder sogar im Bewerbungsgespräch selbst schon einmal gehört hat. Ich meine, die meisten Geisteswissenschaftler*innen bringen auf jeden Fall ausgeprägte Soft Skills mit.

Was genau sind Soft Skills?

Kurz gesagt lassen sich Soft Skills in 3 Kategorien unterteilen:

  1. Die persönliche bzw. personale Kompetenz: Quasi das „unternehmerische Selbst“. Wie organisiere ich mich? Arbeite ich selbstständig? Also alles Eigenschaften, die man v.a. im Studium erlernt, wenn man sich auf Seminare oder Forschungsarbeiten vorbereitet.
  2. Die soziale Kompetenz: Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Wie wirke ich auf Andere? Kann ich gut mit anderen kommunizieren? Funktioniere ich auch im Team? Meiner Meinung nach ebenfalls etwas, das innerhalb des Studiums vermittelt wird, zum Beispiel bei der Vorbereitung von Gruppenreferaten oder in einer studentischen Arbeitsgruppe. Konkret beim Diskutieren über das eigentliche Thema, durch teamorientierte Arbeitsteilung und die gemeinsame Organisation des Projekts.
  3. Und zu guter Letzt noch die methodische Kompetenz: Selbige beschreibt die Fähigkeit, bestimmte Methoden und Herangehensweisen korrekt anwenden zu können. Im Laufe des Studiums werden uns unzählige Methoden beigebracht, die wir ziemlich oft anwenden müssen wie gut recherchieren, Interviews durchführen, empirisches Material auswerten usw.

Wo zeigen sich Soft Skills in der Praxis?

In meinem Praktikum bei einem Freiburger Museum habe ich bereits einiges an Praxiserfahrung gewinnen können, was die Anwendung der Soft Skills angeht. Während meines Praktikums habe ich u.a. bei der Konzeption einer Ausstellung mitgeholfen und war daran beteiligt, Infotexte für die Objekte zu entwickeln. Durch Rücksprache mit den Mitarbeiter*innen des Museums habe ich viel Input bekommen, was die Texte angeht. Bei der Konzeption der Ausstellung haben mir die im Studium erworbenen Fähigkeiten sehr weitergeholfen. Die Arbeit mit vielen verschiedenen Beteiligten bei der Ausstellungskonzeption lässt sich beispielsweise als soziale Kompetenz bewerten.

Die Recherche nach Gegenständen für die bereits erwähnte Ausstellung, aber auch nach Fachliteratur zu Künstlern, war eine weitere Tätigkeit, die mir innerhalb des Praktikums aufgetragen wurde. Hier erwies sich das im Studium angeeignete Wissen als äußerst hilfreich, da ich bereits eine, sich im Studium bewährte, Suchmethode anwenden konnte, was die Forschung nach Material erheblich erleichtert hat. So ließ sich die Fachliteratur schnell lokalisieren und anhand des Inhaltsverzeichnisses erkennen, dass sie entweder relevant oder irrelevant war. Zusätzlich halfen mir die Tricks, wie man bestimmte Ergebnisse aus Suchmaschinen herausfiltert, die ich ebenfalls durch mein Studium kennengelernt habe.

Bei den Objektbeschriftungen ging es beispielsweise darum, die wichtigsten Aspekte eines Objekts in einem kurzen Text zusammenzufassen, der auch für Besucher*innen verständlich ist, die kein Fachwissen mitbringen. Das ist nun nicht unbedingt etwas, was man im Studium lernt, allerdings fiel mir dabei eine Parallele dazu auf, wie ich mit Fachliteratur umgehe: Ich fasse die Texte meist stichwortartig, aber dennoch in eigenen Worten zusammen, um die zentralen Erkenntnisse später leichter in eine Hausarbeit einzuarbeiten. Um die Objekte entsprechend beschreiben zu können, las ich mir außerdem den beiliegenden Ausstellungskatalog durch. Auch beim Einpflegen bestimmter Objekte in eine digitale Datenbank habe ich Parallelen zu meinem Studienalltag gesehen: Meine Forschungsergebnisse ordne ich beispielsweise für eine bestimmte Arbeit immer nach Relevanz; Notizen, die ich mir mache, verwahre ich, dass ich sie leicht wiederfinde, falls ich sie nochmals benötige.

Das selbstständige Arbeiten innerhalb des Studiums lässt sich auch auf andere, nicht-fachbezogene Berufe erweitern: In meinem Nebenjob (Technischer Service sowie Verkauf in einem Sportgeschäft) beispielsweise erledige ich die nächsten Arbeitsschritte meist autonom, was dem Workflow im Betrieb zu Gute kommt. Ebenso ist es mir möglich, neue Arbeitsschritte schnell zu erfassen und entsprechend umzusetzen. Dies kommt für mich im Studium vor allem beim Lesen neuer fachbezogener Texte vor. Im Kundenkontakt kommen meist soziale Kompetenzen zum Vorschein, da man natürlich wissen möchte, was dem Menschen, der vor einem steht, wichtig ist und man will sie/ihn zufrieden stellen. Ebenfalls beim Umgang mit Kollegen, da man für bestimmte Probleme Lösungen finden muss, sind die sozialen Kompetenzen Gold wert. Soft Skills sind also überall anwendbar.

Wie kann ich meine Soft Skills beim Vorstellungsgespräch präsentieren?

Innerhalb des Studiums werden also einige Soft Skills erlernt, die man selbst nicht unbedingt bewusst wahrnimmt, allem voran selbstständiges Arbeiten und Selbstorganisation. Man erstellt sich selbst einen Lernplan oder einen Arbeitsplan, bis wann man bestimmte Meilensteine erreicht haben möchte oder ein bestimmtes Thema für eine Klausur gelernt haben muss. Man forscht selbstständig zu bestimmten Themen und fasst die Erkenntnisse gut verständlich zusammen. Oder aber man organisiert sich in Lerngruppen mit seinen Kommiliton*innen, um für die nächste Klausur zu lernen. All das sind in meinen Augen alltagstaugliche Beispiele, die man in einem Bewerbungsgespräch beispielhaft benennen könnte, um davon zu überzeugen, was man in Sachen Soft Skills so alles auf dem Kasten hat.

Wenn ihr beim Bewerbungsgespräch gefragt werdet, was für besondere Eigenschaften ihr mitbringt, so könnt ihr euch reichlich an Beispielen aus eurem Studienalltag entlang hangeln und zeigen, dass ihr tatsächlich eine ganze Menge vorzuweisen habt! Trotz all dieser erworbenen Kompetenzen ist es für Arbeitgeber*innen dennoch wichtig, die bereits präsentierten Soft Skills in Aktion mitzuerleben. Passt daher auf, falls ihr dazu tendiert, Sachen überspitzt darzustellen. Sagt nicht, ihr könntet beispielsweise Informationen in Windeseile herausfiltern, wenn ihr in Wirklichkeit einen gesamten Arbeitstag dafür aufwenden müsst. Achtet ebenfalls darauf, nicht Soft Skills selbst als Begriff in den Raum zu werfen, sondern benutzt Worte wie „selbstständiges Arbeiten“, „Teamfähigkeit“ oder auch „Durchsetzungsvermögen“.

Weiterführende Links:
https://www.berufsstrategie.de/bewerbung-karriere-soft-skills/soft-skills-definition-hard-skills.php
https://karrierebibel.de/soft-skills/

 

Bild: John Hain (johnhain), pixabay
https://pixabay.com/de/illustrations/händedruck-handschlag-bezug-2160176/

 

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