Tipps für das Vorstellungsgespräch

Tipps für das Vorstellungsgespräch

Zitterige Hände, ein flaues Gefühl im Magen und die Gedanken kreisen nur darum, nichts Blödes oder Falsches zu sagen – so geht es zumindest mir kurz vor einem Vorstellungsgespräch. Die folgenden Tipps sollen euch für ein Vorstellungsgespräch rüsten und euch ein sicheres Auftreten geben.


TIPP

Um die Nervosität unter Kontrolle zu bekommen, sag dir, dass du gut vorbereitet bist, und konzentriere dich darauf, dass es sich um ein persönliches Kennenlernen handelt. Deine fachlichen Kompetenzen hast du mit deiner schriftlichen Bewerbung präsentiert und aufgrund dessen wurdest du nun zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Beim Vorstellungsgespräch geht es weniger darum, Fachwissen abzufragen. Natürlich können fachliche Diskussionen geführt werden oder nach Lösungsansätzen für aktuelle Herausforderungen gefragt werden. Worauf es aber besonders ankommt, sind deine Soft Skills. Der oder die Personaler_in möchte dich im Namen des Unternehmens kennenlernen und schauen, ob du teamfähig bist, wie du auf Stress reagierst und ob du zum Unternehmen passt.


TIPP

 Und genau hier ist deine Chance! Als Absolvent_in einer Geisteswissenschaft ist es besonders wichtig, sich mit seinem Fach zu identifizieren und deinen Kompetenzen eine persönliche Note zu geben. Gerade bei untypischen Berufsfeldern musst du zeigen, worin du Chancen und Potenziale siehst und dich und dein Wissen vorteilhaft präsentieren.

Also mach dir im Voraus bewusst, was für Kernkompetenzen du im Studium erlernt hast und worin du deine Chancen und Potenziale siehst. Um deinen Traumjob zu bekommen, reicht das aber noch nicht aus. Setze dich mit der Stellenausschreibung und dem Unternehmen intensiv auseinander und überlege dir ganz genau, wie du dem Unternehmen durch deine Kompetenzen einen Mehrwert bieten kannst.


TIPP

 Du müsstest eine gründliche Recherche durch das Studium gewohnt sein – das kannst du zu deinem Vorteil nutzen! Glänze mit Wissen über Branche, Unternehmen und der Tätigkeit.

Die Gesprächsphasen

1. Phase: Die Begrüßung

Der erste Eindruck entscheidet über Sympathie oder Antipathie und kann in der finalen Entscheidung entweder für dich oder gegen dich sprechen. Ein freundliches Lächeln und ein Händedruck gehören zur Begrüßung dazu. Dabei sollte der Handschlag weder zu schlaff, noch zu kräftig sein. Lass dich auf die Situation ein und verhalte dich normal. Versuche deine Nervosität nicht zu überspielen, denn das macht sie noch schlimmer! Falls dir ein Getränk angeboten wird, nimm es dankend an, denn ein Schluck Wasser im richtigen Augenblick verschafft dir ein paar Sekunden Zeit, um dir deine nächste Antwort zurechtzulegen.


TIPP

Übe mit Freunden und Familie Small Talk und lasse dir Feedback zu deiner Ausstrahlung geben – wie komme ich bei meinem Gegenüber an? Was für einen Eindruck hinterlasse ich? Freundlich, sympathisch, offen?

2. Phase: Das Vorstellen

Nun gibt dir der oder die Personaler_in die Chance, dich mit deinem Werdegang persönlich vorzustellen. Wichtig hierbei ist es, authentisch zu bleiben und die wichtigsten Stationen in deinem Lebenslauf zu präsentieren. Du hast jetzt die Chance, deine Highlights und Tätigkeiten, die dich besonders geprägt haben oder bei denen du Kompetenzen erworben hast, die dir im Job wichtig erscheinen, hervorzuheben. Präsentiere deinen Lebenslauf selbstbewusst und habe keine Angst vor Rückfragen zu einem Studiengangswechsel oder Abbruch einer Ausbildung. Du sprichst über deinen Weg, da gibt es kein richtig oder falsch. Du solltest deine Lebensentscheidungen allerdings nachvollziehbar begründen können.


VORSICHT

Vor Übertreibungen und Selbstverständlichkeiten! Besonders beim ersten Vorstellungsgespräch nach einem gerade beendeten Studium ist der Lebenslauf noch nicht so prall gefüllt. Versuche ihn nicht mit Eigenschaften wie „pünktlich“ oder „motiviert“ zu schmücken. Dies sind alles Selbstverständlichkeiten, die nicht extra genannt werden müssen. Denn kein oder keine Personaler_in würde jemanden einstellen, der unpünktlich oder unmotiviert ist.

3. Phase: Fragen zu deiner Person

Dies ist wohl der unangenehmste Teil eines Vorstellungsgesprächs, weil dir deine Gesprächspartner_innen noch genauer auf den Zahn fühlen werden. Doch entspanne dich, sie möchten dich am Ende nur besser kennenlernen.


TIPP

 Versuche die Lücke zwischen dem Anforderungsprofil der Position und den eigenen Kompetenzen klein zu halten. Beziehe dich mit deinen Antworten immer wieder auf deine Kompetenzen und verknüpfe sie mit den im Stellenangebot genannten Anforderungen. Dies nennt man auch Schnittmengenformulierungen.

Eine beliebte Frage ist die nach persönlichen Stärken und Schwächen. Vergiss nicht: Dein Gegenüber ist ein Mensch und durchschaut Tricks. Vor allem den Trick, eine Stärke zu einer Schwäche machen. Antworte lieber ehrlich und gib eine Schwäche zu. Betone dabei, dass du daran arbeitest und dir der Schwäche bewusst bist. Eine genauso beliebte Frage ist: „Warum bewerben Sie sich bei unserem Unternehmen?“ Hier möchte der oder die Personaler_in erfahren, welche Erwartungen du mitbringst und ob du dich ausreichend auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet hast. Auch an dieser Stelle gilt: Sei authentisch und berufe dich auf Schnittmengenformulierungen wie „Mit xy konnte ich mich aus ihrer Stellenausschreibung besonders gut identifizieren.“ Oder „…das deckt sich mit meinen Werten/Zielen.“ Verknüpfe persönliche Merkmale mit denen des Unternehmens.

4. Phase: Rückfragen von dir und Verabschiedung

Nachdem du die dritte Phase mit Bravour gemeistert hast, bist du nun an der Reihe, Fragen zu stellen. Mache dir schon vorher Gedanken, was dich interessiert und welche Fragen durch deine intensive Recherche nicht beantwortet werden können. Trau dich auch, bereits während des Gesprächs Fragen zu stellen. Frage zum Beispiel danach, wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst, und verabschiede dich freundlich mit einem Händedruck.

Mein letzter Tipp, der besonders für uns Geisteswissenschaftler_innen wichtig ist, ist der eigenen Bewerbungsmappe Persönlichkeit und Charakter zu geben. Abschließend wünsche ich dir viel Glück auf der Suche nach deinem Traumjob. Ich hoffe, ich konnte dir hilfreiche Tipps an die Hand geben, wie du im Vorstellungsgespräch von dir überzeugen kannst.

Weitere Infos unter https://karrierebibel.de/vorstellungsgesprach/

 

 

Bild: by Dennis Skley (https://www.flickr.com/photos/dskley/15745028672/sizes/c/)

 

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