Was ist eigentlich diese brotlose Kunst?

Was ist eigentlich diese brotlose Kunst?

Und was macht man dann später damit? Das ist wohl die Frage, die wir schon so oft gehört und uns wahrscheinlich selbst häufig gestellt haben. Dabei steht uns GeisteswissenschaftlerInnen ein großer Arbeitsmarkt zu Verfügung. Es gibt so viele Möglichkeiten in der Arbeitswelt Fuß zu fassen und auch Karriere zu machen. Doch wenn man erzählt, dass man eine Geisteswissenschaft studiert, muss man sich nur allzu oft anhören, dass man seinen Lebensunterhalt nicht finanzieren können wird. Falls man überhaupt einen Job findet. Wer eine Geisteswissenschaft studiert, endet als Taxifahrer oder Kellnerin – so das bekannte Vorurteil. Da kann man sich schnell die Frage stellen, ob da wohl etwas dran ist. Was verdient man später und kann man davon leben? Lohnt es sich überhaupt zu studieren, insbesondere eine Geisteswissenschaft? Oder ist das vergebene Müh’ und brotlose Kunst?

„Gerade wir Geisteswissenschaftler haben doch das Potential, aus dem „modernen Selbstoptimierungswahn“ für uns eine Strategie der nachhaltigen, persönlichen Weiterentwicklung zu machen. Wer sich persönlich stetig weiterentwickelt, wird auch beruflich Karriere machen und es sich selbst Wert sein, sich nicht unter Wert zu verkaufen.“ (Quelle: https://geisteswirtschaft.de/was-verdienen-geisteswissenschaftler/ [02.07.2018])

Wer sich dazu entscheidet eine Geisteswissenschaft zu studieren, macht dies selten mit dem Ziel später mal Porsche zu fahren und ordentlich Kohle zu scheffeln. Es ist wohl eher aus Interesse und Leidenschaft heraus. Trotzdem möchte man nach einem Studium auch anständig bezahlt werden und wissen was die eigene Arbeit für einen Wert hat. Nach einer Studie von Gehalt.de wirkt sich ein Studium auf jeden Fall positiv auf das spätere Einkommen aus. Dabei gibt es jedoch deutliche Unterschiede, Geisteswissenschaften belegen im Vergleich eher das Schlusslicht. Das monatliche Netto-Einkommen liegt, so wurde es in der Studie Blickpunkt Arbeitsmarkt 2018 der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht, bei ca. 1836-2430 Euro. Diese Studie bezieht sich bei Geisteswissenschaften auf Sprach-und Kulturwissenschaften, Philosophie, Geschichte, Literaturwissenschaften, etc. Dabei ist zu beachten, dass der unterschiedliche Verdienst von verschiedenen Faktoren abhängig ist, zum Beispiel Arbeitsort, Betriebsgröße, Berufserfahrung, Arbeitsbranche, etc. Gerade in der Arbeitsbranche gibt es große Unterschiede und als GeisteswissenschaftlerIn auch viele unterschiedliche Möglichkeiten. Diese hat auch eine Bloggerin, die auf http://geisteswirtschaft.de/ zum Thema GeisteswissenschaftlerInnen in der Wirtschaft schreibt, einmal exemplarisch zusammen gestellt. Und auch in diesem Blog findet ihr zahlreiche Inspirationen dazu.

Durch den fortschreitenden Strukturwandel des Arbeitsmarktes hin zu einer wissensgeprägten Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft (siehe Blickpunkt Arbeitsmarkt Mai 2018), sind die vielfältigen Qualifikationen, die Geisteswissenschaften mitbringen, vor allem im Bezug zur Wissensorganisation und Informationsverarbeitung äußerst gefragt. Im Laufe des Studiums erwerben wir eine Vielzahl an Skills, die für einige Arbeitsbrachen und Arbeitgeber äußerst attraktiv sind. Nach den Angaben von Blickpunkt Arbeitsmarkt Mai 2018 arbeiteten  mehr als die Hälfte  in Branchen, die typisch sind für klassische Arbeitsfelder von Sprach- und Kulturwissenschaftler*innen wären. Andere Arbeitsbranchen können aber auch das Gesundheits- und Sozialwesen sein, Dienstleistungsunternehmen oder Verbände, Organisationen oder kirchliche Einrichtungen sowie Unternehmenszentralen und -beratungen. Die meisten davon, etwa 82%, sind dabei angestellt, wobei es sich häufig als lukrativer herausstellt sich selbstständig zu machen (siehe Blickpunkt Arbeitsmarkt Mai 2018).

Der Start in das Berufsleben ist zugegebener Maßen nicht immer ganz einfach, da die Stellenausschreibungen häufig nicht direkt auf uns zugeschnitten sind. Dennoch ist die Arbeitslosenquote von AkademikerInnen gering und lag 2017 bei 2,5% (bei einem Bundesdurchschnitt 5,3%, laut der Bundesagentur für Arbeit). Dabei ist ein Rückgang der Arbeitslosigkeit bei GeisteswissenschaftlerInnen mit am höchsten. Wenn der Berufseinstieg einmal geschafft ist, sind die Aussichten heute gut. Wir sollten unser Potenzial nicht unterschätzen und müssen auf jeden Fall nicht Taxifahren – wenn man das nicht will.

Hier findest Du weitere Infos:

http://www.sueddeutsche.de/karriere/berufseinstieg-geisteswissenschaftler-haben-bessere-chancen-denn-je-1.3623312

https://www.zeit.de/campus/2017/s1/arbeitsmarkt-geisteswissenschaftler-berufseinstieg

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/berufseinstieg-fuer-geisteswissenschaftler-so-finden-sie-einen-job-a-1195414.html

Schreibe einen Kommentar

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück