Wie ich anderen erkläre, was ich da eigentlich mache

Wie ich anderen erkläre, was ich da eigentlich mache

Studiert man nicht BWL, Jura oder irgendetwas technisches oder medizinisches, so gibt es häufig ein Problem: Kaum jemand weiß, was man da eigentlich treibt. Im Folgenden schildere ich euch meine Erfahrungen und meinen Umgang mit dieser Problematik.

Es war Weihnachten vor einigen Jahren. Dies bedeutete, dass das alljährliche Treffen mit der Großfamilie anstand. Und dies wiederum bedeutete, dass ich mit den üblichen Fragen zu meinem Leben und meiner Zukunft konfrontiert wurde: „Was studierst du gerade, Michael?“ „Was genau ist das für ein Fach?“ Und die scheinbar wichtigste Frage von allen: „Was kannst du damit später machen?“ Nach einer abgebrochenen Ausbildung und einem Studienfachwechsel von Jura zu Ethnologie bekamen diese Fragen gleich eine noch größere Bedeutung. Die Ethnologie war selbst mir bis vor kurzem noch völlig unbekannt gewesen. Nun sollte ich meinen Verwandten erklären, dass dies mein neues Traumfach sei und ich mithilfe dieses Faches meinen Traumberuf (der mir selbstverständlich zu Beginn des Studiums schon bewusst sein sollte) würde ausüben können?!

Unsicherheit kann sich auch im Studium widerspiegeln

Viele Studierende der Ethnologie, der (Kultur-)Anthropologie und anderen kleineren „Orchideenfächern“ kennen dieses Problem vermutlich ebenso gut wie ich. Die meisten eher unbekannteren Studiengänge erfordern häufig eine ausführliche Erläuterung und Begründung gegenüber Eltern, Verwandten und Freunden. Wenn nicht wie aus der Pistole geschossen und sehr selbstsicher erklärt werden kann, was das Fach ist, was man damit später machen kann und dass man nicht nur Taxi fahren wird, halten viele nach wie vor Letzteres für am wahrscheinlichsten.

Problematisch ist dabei zudem, dass sich die Unsicherheit, die sich beim Erklären gegenüber anderen zeigt, auch auf das eigene Studium übertragen kann. Fällt es anderen leicht, die eigene Studienfach- und Berufswahl zu hinterfragen, so stellt man diese auch selbst eher noch einmal auf den Prüfstand. Damit es nicht so weit kommt, folgen nun Ratschläge, die ich durch eigene Erfahrungen und mithilfe von KommilitonInnen gesammelt habe.

Selbstsicherheit gewinnen

Ein selbstbewusstes Auftreten ist gegen bestehende Unsicherheiten definitiv von Vorteil, aber auch leichter gesagt als getan. Hat man zu Beginn des Studiums noch keine genauen Berufsvorstellungen und studiert vor allem aus Interesse am Fach an sich sowie mangels Alternativen (so wie ich), ist es kein Problem, dies auch offen zuzugeben. Hier ist es jedoch meiner Meinung nach noch wichtiger, das Fach kurz und präzise erläutern zu können. Dabei helfen beispielsweise die Informationen, die auf der Institutshomepage des eigenen Studiengangs (s.u.) bereitgestellt werden. Dort sollte das Fach in der Regel gut präsentiert und erklärt worden sein. Auch einige Berufsperspektiven werden dort häufig genannt.

Des Weiteren kann erläutert werden, welche Stärken sich bei einem selbst durch das Studium herausbilden. Wie bereits in einem anderen Artikel dargestellt, werden im Laufe des Studiums gleich mehrere Fähigkeiten trainiert. Kritisches Hinterfragen, Selbstständigkeit, Teamwork, Flexibilität und Mut werden im Studium gefördert.

Auch nach dem Studium noch wichtig

Ist man sich dieser Aspekte bewusst, fällt einem auch das Sprechen über den eigenen Studiengang leichter und man wird in Bezug darauf selbstbewusster. Solch ein Selbstbewusstsein kann sich nun ebenso im eigentlichen Studium widerspiegeln und hilft etwa bei Vorträgen oder Prüfungen. Ebenso kann es in späteren Bewerbungsgesprächen von Nutzen sein.

Weihnachten 2017: „Was machst du gerade, Michael?“ „Ich studiere mittlerweile im Master Interdisziplinäre Anthropologie. Dort beschäftigen wir uns mithilfe verschiedener Disziplinen mit dem Menschen in all seinen Facetten. Es ist ein sehr breit gefächerter Studiengang mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wobei ich meinen auf den sozial- und kulturanthropologischen gelegt habe. Dadurch erhoffe ich mir nach dem Studium im Tourismus tätig sein zu können.“

Links:
http://www.kaee.uni-freiburg.de/studium
https://www.ethno.uni-freiburg.de/studium
https://www.master-anthropologie.uni-freiburg.de/studiengang

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