How to „Vitamin B“: Connections & Networking

How to „Vitamin B“: Connections & Networking

Keiner weiß wie groß er ist, der verdeckte Stellenmarkt, aber er soll riesig sein. Dort, wie auch bei der Jagd nach regulär ausgeschriebenen Jobs, hilft Vitamin B. Wie ihr es bekommt, erfahrt ihr hier.

Über die persönlichen Connections und das Networking wird beim Kontakte aufbauen und knüpfen, umgangssprachlich auch Vitamin B genannt, recht wenig gesprochen. In der heutigen Zeit, in der sehr viel online passiert, liegt der Fokus vermehrt auf Online-Networking.

Zwei Wörter werden dir im Leben viele Türen öffnen: drücken und ziehen 

Auf den ersten Blick scheint das Networking wie eine mächtige, geschlossene Tür. Auch in alltäglichen Gesprächen wird nicht über Vitamin B gesprochen, sondern nur darüber, dass man Connections hat und „mal da nachfragen könnte“. Dabei geht es nicht immer darum, mit den Leuten per Du zu sein, sondern darum, Beziehungen aufzubauen und diese nicht nur zu pflegen, sondern auch zu nutzen. Ich möchte meine Erfahrungen und mein Wissen teilen: Wie schaffst du also den ersten Schritt, damit das mit dem „Drücken und Ziehen“ funktioniert?

Networking, Connections & Tipps

Fangen wir erst einmal mit etwas Bekanntem aus dem Fach Kulturanthropologie an: Pierre Bourdieu spricht von einem sozialen Kapital, das beim Kontakte- und Beziehungen aufbauen weiterhelfen kann! Nach Bourdieu ist das „soziale Kapital [das], [w]as auf soziale Beziehungen und Netzwerke abhebt“ (Kaschuba 2012: 157). Das soziale Kapital sind im Fall von uns Studierenden etwa die E-Mail Adresse der Universität und die Institution Universität. Letzteres lässt sich folgendermaßen nutzen: Dieser Absatz, in dem die Kontaktdaten aufgelistet werden, der sich in der Regel unter der Grußformel bei DozentInnen oder von (größeren) Unternehmen befindet, die sogenannte Signatur – genau dort lassen sich, wenn man die Unimail nicht nutzen kann, die eigenen Kontaktdaten auflisten zusammen mit der Universität und dem Institut. So verwandelst du dein soziales, akademisches Kapital in eine elektronische Visitenkarte und wer weiß, in welchem Kontaktespeicher sie landet. 

Networking & Connections offline

Das Ziel von Networking und Vitamin B ist der Wissens- und Informationenaustausch, gegenseitige Unterstützung und nicht zuletzt das Ausspielen von beruflichen/persönlichen Vorteilen. Nach Mike Sansone, Social-Media-Berater, gibt es eine 70-20-10 Regel zum erfolgreichen Networking: 70% der eigenen Zeit wird dazu genutzt, die eigene Hilfe anzubieten. 20% dazu, sich selbst zu präsentieren und schließlich 10% dazu, um selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Es gibt einige, wichtige Grundregeln, an die man sich halten sollte, wenn man erfolgreich netzwerken möchte. Bei den Grundregeln lassen sich die Soft Skills aus dem Studium einsetzen. Die erste Grundregel, auch wenn sie sich sehr banal anhört: sich selbst vorstellen und lächeln. Ein erster, prägnanter Satz, der im jeweiligen Kontext das Wichtigste über mich aussagt. Das lässt sich vorbereiten und vorher üben – auch wenn es nur vor der Katze oder der Kaffeemaschine ist. Das nimmt auch die Angst vor einer unangenehmen Stille. Passend dazu ist der Small Talk, der ebenfalls geübt werden kann. Über geeignete Themen zu den jeweiligen Networking-Events (Tagungen, Messen) kann man sich vorab informieren. Alternativ kann man sich ein paar (Einstiegs-)Fragen zurechtlegen, die je nach Situation angepasst werden: Wie war Ihr Tag? Wie fanden Sie den Vortrag? Was lesen Sie gerade? Da muss jedeR für sich selbst herausfinden, wie viel Privates zum Gespräch passt, welches allgemein eher kurz gehalten werden sollte. Die zweite Grundregel ist aktives Zuhören, das bestimmt viele aus Interviewsituationen mit den GesprächspartnerInnen bei schon kleinen Feldforschungen kennen. Nochmal zur Erinnerung: Aktiv zuzuhören bedeutet, aufmerksam zu lauschen und ab und an aktiv nachzufragen. Die dritte und vierte Grundregel beinhaltet Diplomatie sowie Umgangs- und Höflichkeitsformen, wobei letzteres an die Veranstaltung angepasst werden kann – bspw. ist der Händeschlag nicht weltweit die richtige Höflichkeitsform.

Meine eigenen Erfahrungen aus einem Studienprojekt – mit einer Ausstellung als Endprojekt, die im Uniseum unter dem Titel „Freiburg in den langen 70ern“ präsentiert wurde und auch Bestandteil der hiesigen Museumsnacht war – haben gezeigt, dass sich gerade das aktive Zuhören als hilfreich erweist.

Networking online

Neben Xing oder LinkedIn (siehe Nannas Beitrag in diesem Blog) gibt es noch Academia.edu, eine Plattform mit wissenschaftlichen Artikeln. Sie ist so aufgebaut, dass man selbst die eigenen Texte hochladen und sie so online teilen kann. Hier bietet sich die Möglichkeit, den wissenschaftlichen Kreis auszuweiten. Zudem lässt sich, leider nicht kostenlos, das Academia Profil zu einer persönlichen Webseite ausbauen. Auf der persönlichen Webseite, die mit Profilbild, Designthema und Biografie fertig gestellt wird, sind alle veröffentlichten Texte vorhanden. Zudem lassen sich Lebenslauf und Kontaktdaten hinzufügen. Wer nicht eine zusätzliche Webseite erstellen möchte, kann das alles auch im Academia Profil bearbeiten.

Xing, LinkedIn, Academia, Social Media wie Instagram, Twitter, Facebook oder wie ich es nenne sind dein digitaler Steckbrief. Wie beim Beispiel von Academia lassen sich online viele Plattformen zum Netzwerken finden. Ich möchte an dieser Stelle Instagram herauspicken. Große Museen wie das British Museum oder der Louvre nutzen Instagram, um einzelne Objekte oder Ausstellungen vorzustellen. Man kann sich auch einen eigenen Blog anlegen, auf dem man die eigenen Forschungsprojekte vorstellt.

Einige Beispiele dazu:

8 Tipps

Im Folgenden möchte ich euch 8 Tipps an die Hand geben, die ich unter anderen im Rahmen des Studienprojekts gesammelt habe, vor allem aber auch durch meinen Papa, der selbstständiger Landwirt ist und durch den ich die Wirksamkeit von Vitamin B zum ersten Mal mitbekommen habe.

    1. Persönliche Anfrage…
      • per Telefon: Bis dato habe ich gute Erfahrungen damit gemacht. Wenn die Leute untereinander vernetzt sind, wie gerade im Museumsbereich, sich einfach mal durchfragen und die Kontaktdaten geben lassen
      • per Mail: hier die eigenen Kontaktdaten unter die Grußformal setzen
    2. Besuch (sicher ist sicher: vorher telefonisch anfragen)
    3. Sich immer mit der guten Seele des Hauses bzw. mit den AnsprechpartnerInnen anfreunden, auf jeden Fall immer freundlich sein
    4. Namen, Nummern notieren: Ich unterstreiche den Vornamen, wenn ich mit der Person per Du bin und den Nachnamen, wenn ich per Sie bin. An dieser Stelle auch: Namen lernen.
    5. Kontakte im eigenen Umfeld (Verwandtschaft, Freundeskreis, KollegInnen, KommilitonInnen) nicht vergessen
    6. Soziales Kapital nach Bourdieu nutzen
    7. Kontakte pflegen!
    8. Eine Lektion, die ich von meinem Papa gelernt habe und gerne weitergeben möchte: Nicht komplizierter denken bzw. machen als es ist. Es sind auch nur Menschen…

 

Literaturnachweis: Kaschuba, Wolfgang: Einführung in die Europäische Ethnologie. 4., aktualisierte Aufl. München 2012.

Bildnachweis: Craig Adderley, https://www.pexels.com/de-de/foto/antik-antiquitat-architektur-aussen-1467592/

 

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