Minijob, Hiwi & Co.: Warum sich ein Nebenjob lohnt

Minijob, Hiwi & Co.: Warum sich ein Nebenjob lohnt

Du bist über beide Ohren damit beschäftig, alles für die Uni zu schaffen? Freizeit ist gerade ein dezentes Fremdwort für dich? Das kenne ich nur zu gut. Es gibt Zeiten im Studium, da hat man Arbeit für drei. Nicht auszumalen, wenn man dann nebenher noch arbeiten soll… Und für was eigentlich? Nur fürs Geld? Ich will dir im folgenden Artikel zeigen, was Voraussetzungen für einen Nebenjob sind, worauf es bei der Wahl des Jobs ankommt und warum sich ein Nebenjob auch neben dem stressigen Unialltag lohnt.

Kurz vorweg: Ich arbeite seit dem ersten Semester nebenher in einer Postfiliale am Schalter. Und das nicht, weil ich das Geld unbedingt benötige, sondern weil ich es als eine gute Bereicherung fürs Studium und meinen weiteren Arbeitsweg empfinde. Dieser Beitrag ist deshalb aus meiner Sichtweise zu verstehen und soll nur einen kleinen Anstoß geben.

Voraussetzungen für einen Nebenjob

Es gibt natürlich verschiedene Voraussetzungen, die erfüllt werden sollten, wenn du über einen Nebenjob nachdenkst. Als aller Erstes gilt es, die Uni nicht zu vernachlässigen. Unser Studium wird nicht umsonst als „Vollzeitstudium“ betitelt. Wer andauernd von morgens bis abends in der Bibliothek sitzt, sollte sich das mit dem Nebenjob genau überlegen. Allen anderen, denen es nur zeitweise so geht, kann ich sagen: Für eine gewisse Zeit ist diese Doppelbelastung zu packen und es kann sich rentieren. Dazu aber später mehr. Zurück zu den Voraussetzungen bezüglich der Uni.

Woran sich wahrscheinlich fast keiner von uns mehr erinnert, ist, dass wir bei unserer Immatrikulation folgenden Satz unterschrieben haben:

„Ich erkläre, dass ich in keinem Dienst-, Arbeits-, oder Ausbildungsverhältnis stehe.“

Die Arbeit als wissenschaftliche Hilfskraft bzw. als Tutor*in zählt hierbei nicht als Arbeitsverhältnis. Alle anderen müssten eigentlich Unterlagen vorlegen, aus denen hervorgeht, dass sie noch genügend Zeit für die Lehrveranstaltungen haben. Bist du jetzt erstaunt? Ich war es auch. Aber die Uni will damit nur sichergehen, dass alle Studierenden genügend Zeit für ihr Studium aufbringen könne. Was wir mit unserer übrigen Zeit machen, ist uns überlassen.

Es ist auch davon auszugehen, dass hier vor allem Jobs in Teilzeit und Vollzeit gemeint sind und weniger Minijobs. Deshalb würde ich allen raten, die einen Nebenjob suchen, sich nach einem Job auf 450 Euro Basis umzuschauen. Damit bleibt noch genügend Zeit für Unisachen. Außerdem ist man mit seinem Verdienst noch unter dem jährlichen Freibetrag und muss somit keine Steuern bezahlen.

Einen Nebenjob finden

Meiner Meinung nach solltest du dich nicht wild auf irgendwelche Stellenanzeigen für einen Minijob bewerben, denn auch ein kleiner Job darf Spaß machen. Setze dich einfach mal hin und überlege dir, was zu dir passt, was dir liegt, was nicht. Ob du schon einmal an Geschäften oder Büros vorbeigelaufen bist und dir dachtest: „Das hört sich interessant an, da könnte ich mir vorstellen zu arbeiten.“ Die Arbeit muss sich auch nicht auf dein Studium beziehen. Wenn doch, super! Aber ein Nebenjob kann auch in einem ganz anderen Bereich liegen und gerade dadurch bereichernd sein.

Wenn ich jetzt dein Interesse geweckt habe, dich mit dem Gedanken an einen Nebenjob zu befassen, kannst du beispielsweise auf der Internetseite des Studierendenwerks Freiburg vorbeischauen. Dort findest du ein Portal zur Jobvermittlung. Wenn du noch Fragen zum Thema Nebenjob bzw. Minijob hast, gibt es die Seite der Minijob-Zentrale. Hier findest du alle wichtigen Informationen und deine Rechte rund um das Thema Minijob. Weitere interessante Internetadressen:
www.studentjob.de
www.jobmensa.de
www.gelegenheitsjobs.de

Der Mehrwert – abgesehen vom Geld

Ich kann nur sagen, wenn du im ersten Moment glaubst, der Job hat gar nichts mit deinem Studium zu tun –  jeder Job bringt dich voran! Ein Nebenjob ist eine klasse Gelegenheit, Erfahrungen zu sammeln und der Antwort auf die ganz große Frage „was willst du später mal machen?“ auf die Sprünge zu helfen. Probiere dich aus! Wenn der eine Job nichts für dich ist, dann versuche etwas anderes. So kannst du ganz nebenbei verschiedene Jobs, Menschen und Ansprüche kennenlernen –  und vor allem dich selbst. Kannst du gut mit Kund*innen umgehen, bist du ein Teamplayer oder arbeitest du doch lieber alleine? Du lernst die Arbeitswelt und Arbeitsabläufe kennen. Mit etwas Glück triffst du sogar auf  Menschen, die dir später dabei behilflich sind, deinen Weg zu finden, und kannst dir so schon während deines Studiums ein Netzwerk aufbauen. Im Übrigen macht sich eine Tätigkeit neben dem Studium in deinem Lebenslauf immer gut. Arbeitgeber*innen sehen, dass du bereit bist, eine gewisse Belastung auszuhalten (Studium und Nebenjob), selbstständig bist und auch den Anspruch hast, dir dein Geld selber zu verdienen.

Natürlich gibt es auch Nebenjobs, die etwas mit dem Studium zu tun haben, beispielsweise Tutorat-Stellen. Wer eine Karriere in der Wissenschaft verfolgt, sollte früh genug versuchen, einen Job als studentische Hilfskraft in einem Institut zu ergattern. Doch auch jeder andere Nebenjob, egal ob es Kellnern, Verkauf oder eine Tätigkeit im Büro ist, bringt dich fürs Studium und deinen späteren Beruf weiter. Und du bekommst etwas Ablenkung von deinem normalen Unialltag. Das kann manchmal schon Wunder bewirken. Plötzlich ist man motivierter, wenn man zur Abwechslung mal etwas Praktisches machen kann und nicht immer nur die Theorie lernt. Und letztlich wird ja auch regelmäßig in den Seminaren gemahnt: „Ihr müsst auch Praxis-Erfahrungen sammeln!“. Hiermit ist bestimmt in den meisten Fällen die konkrete Erfahrung durch ein Praktikum im einem Berufsfeld gemeint, doch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass auch ein Nebenjob auch eine gute Praxiserfahrung hinsichtlich des weiteren Berufswegs sein kann.

Fazit

Ein Nebenjob bringt dir also noch viel mehr als zusätzliche Euros auf dein Konto. Du sammelst Praxiserfahrungen, erweiterst dein Netzwerk, lernst dich selbst und viele Aspekte der Arbeitswelt kennen. Das alles kann bei der Suche nach einem richtigen Job nach dem Studium sehr hilfreich sein.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Jobsuche, egal ob jetzt oder später nach dem Studium!

 

Bild: “Stellenanzeige” by Tim Reckmann auf Flickr

 

Schreibe einen Kommentar