Zusatzangebote an der Uni: Nimm mit, was geht!

Zusatzangebote an der Uni: Nimm mit, was geht!

Was man an der Uni macht? Studieren natürlich! Gerade für Geisteswissenschaftler*innen ist es jedoch wichtig, neben dem Studium selbstständig an den persönlichen Kompetenzen zu feilen. Dass es genau für diese Zusatzqualifikationen an der Uni viele (kostengünstige) Zusatzangebote gibt, ist Studierenden oft nicht bewusst. Hier liest du, warum sich zusätzlicher Aufwand lohnt und was es konkret an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gibt.

Zu Beginn meines Studiums war ich von der Institution Universität erstmal eines: überfordert. Im Vergleich zur Schule läuft hier vieles anders und so richtig darauf vorbereitet, hat mich niemand. Meinen Stundenplan bekomme ich jetzt nicht mehr ausgeteilt, sondern muss ihn selber zusammenstellen. Dabei Haupt- und Nebenfach unter einen Hut zu kriegen (ohne jeden Montagmorgen um 8 Uhr an der Uni sein zu müssen) ist gar nicht so einfach. Dazu kommen die unzähligen Anlaufstellen für verschiedene Belange: Einschreiben im Studierendenbüro, für BAföG-Fragen zum Studierendenwerk, für ein Buch aus der Fernleihe an den Infoschalter der Bibliothek und Fragen zum Studiengang beantwortet die Studiengangkoordinatorin. Dass all diese Servicepunkte auseinanderliegen, ist schon an einer Campusuni eine Herausforderung – an der Freiburger Uni, die sich sowieso schon über die ganze Stadt verteilt, war ich zu Beginn des Masterstudiums erstmal ganz schön orientierungslos.

Nach der ersten allgemeinen Verunsicherung und ein paar unnötigen Wegen und Wartezeiten am falschen Schalter, gewöhnte ich mich dann doch recht schnell an die Struktur der Uni und wusste bald ganz gut Bescheid, was wo an der Uni passiert. Dass es allerdings neben dem regulären Studium noch die Möglichkeit zu diversen Zusatzausbildungen gibt, bekam ich erst recht spät mit. Ein Poster hier oder eine E-Mail da, die auf diese Angebote hinweisen, kann man in der Flut von Informationen an einer Universität durchaus auch mal übersehen. Durch Zufall stieß ich auf das Angebot meiner alten Uni, eine Zusatzausbildung im Bereich Deutsch als Fremdsprache parallel zum Studium zu absolvieren. Das war eine wunderbare Ergänzung zu meinem Bachelorabschluss: Durch den pädagogischen Teil der Ausbildung konnte ich meine Präsentations- und Kommunikationsfähigkeiten nochmals verbessern und jetzt kann ich mir sogar neben dem Masterstudium etwas Geld mit Unterrichten dazuverdienen.

Und Zusatzausbildungen sind nicht das einzige Angebot an der Uni zur Weiterbildung. Rhetorikkurse, fachfremde Exkursionen, IT-Schulungen – das Angebot einer Universität ist riesig und bietet viele Möglichkeiten, das eigene Profil für die spätere Karriere attraktiv zu machen. Schade ist nur, dass man diese Angebote oft gar nicht richtig kennt und folglich auch nicht wahrnehmen kann. Hier möchte ich nun einige Optionen der Weiterbildung an der Universität Freiburg vorstellen. Wenn ihr euch im Internet mal durchklickt, findet ihr sicher auch an eurer Uni ähnliche Angebote.

Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS)

Eine wichtige Anlaufstelle für Zusatzqualifikationen in Freiburg ist das Zentrum für Schlüsselqualifikationen, kurz ZFS. Hier werden Veranstaltungen angeboten, die immatrikulierte Studierende zusätzlich zu ihren Pflichtveranstaltungen belegen können, um ihre Kompetenzen zu erweitern. Die meisten Bachelorstudiengänge an der Uni Freiburg sehen eine gewisse Anzahl an ECTS-Punkten vor, die im Bereich Berufsfeldorientierte Kompetenzen (BOK) erbracht werden müssen. Die Kurse für diesen BOK-Bereich teilen sich in die Kategorien Management, Kommunikation, Medien und EDV. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, hier auch Fremdsprachen zu erlernen. Von Projektmanagement über Webdesign bis zu Radio-Journalismus – das Angebot ist vielfältig. In allen Kursen liegt der Fokus auf einer praxisorientierten Anwendung. So lernen die Studierenden, die Inhalte ihres Studiums mit Blick auf einen späteren Beruf konkret anzuwenden und erhalten erste Einblicke in die Berufswelt außerhalb der Universität. Häufig sind die Dozierenden Uni-Externe und können so lebensechte Erfahrungen aus dem Berufsalltag in die Kurse einbringen.

Die Veranstaltungen des ZFS sind eine wunderbare Gelegenheit, sich für den Berufseinstieg wichtige Schlüsselkompetenzen anzueignen und gleichzeitig interessenorientiert das eigene Profil zu schärfen. Ein kleiner Nachteil ist, dass Masterstudierende erst bei der Restplatzvergabe berücksichtigt werden können, da die Kurse in erster Linie für die Bachelorstudierenden gedacht sind. Doch mit etwas Geduld und Hartnäckigkeit (einfach mal zur ersten Sitzung erscheinen) findet sich für Interessierte meist noch ein Plätzchen.

Studium Generale

Weniger verpflichtend als ein Kurs am ZFS sind die Veranstaltungen des Studium Generale. Es gibt Einzelvorträge und Vortragsreihen, aber auch Konzerte und Lesungen. Das Angebot des Studium Generale steht allen Menschen offen und stellt somit ein Bindeglied zwischen Universität und Öffentlichkeit dar. Oft findet sich ein gemischtes Publikum aus interessierten Menschen ein und es herrscht eine andere Stimmung als in einer Pflichtvorlesung. Die Themen sind so breit gefächert, dass sich für jede*n etwas findet. Ein großer Vorteil für Studierende ist hier die Unverbindlichkeit. Die Veranstaltungen können ohne Anmeldung auch spontan besucht werden. Außerdem sind auch für politische oder naturwissenschaftliche Vorträge keine Vorkenntnisse notwendig. Das Studium Generale ist ein guter Weg, auch mal über den Tellerrand des eigenen Studienfaches hinaus zu gucken und über aktuelle Entwicklungen in den verschiedensten Bereichen informiert zu bleiben. Es lohnt sich, zu Semesterbeginn einmal das ganze Programm durchzuschauen, um keinen spannenden Vortrag zu verpassen. Das aktuelle Programm findet ihr hier.

Sprachlehrinstitut (SLI)

Während des Auslandssemesters in Rom Eis auf Italienisch bestellen oder beim Bewerbungsgespräch mit Koreanischkenntnissen beeindrucken? Egal in welcher Situation – Fremdsprachen öffnen viele Türen und gewinnen in einer Welt, die sich immer mehr international vernetzt, zunehmend an Bedeutung. In Freiburg kümmert sich das Sprachlehrinstitut (SLI) um die Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen, von Arabisch bis Schwedisch. Auch wenn ein Sprachkurs mit zwei, vier oder sechs Wochenstunden auf den ersten Blick viel Platz im Stundenplan einnimmt, lohnt sich die Mühe. Auch die Gebühren sind auf das Semester gerechnet im Vergleich zu anderen Sprachschulen verhältnismäßig günstig. Das aktuelle Kursangebot des SLI findet ihr hier.

Letztendlich liegt die Entscheidung, ob, welche und wie viele Zusatzangebote du wahrnehmen möchtest, ganz bei dir. Selbstverständlich sollten sich Studierende nicht durch zu viel Nebenprogramm ablenken lassen. Auch ein gesundes Verhältnis von Studium und Freizeit darf nicht unterschätzt werden. Trotzdem – gerade für Geisteswissenschaftler*innen ist es wichtig, sich um die Kompetenzen zu kümmern, die eine Brücke zwischen den theoretischen Inhalten des Studiums und der praktischen Berufswelt schlagen. Die Uni bietet dafür vielfältige Anreize, die Studierenden nicht immer bewusst sind. Informiere dich über deine Chancen und gestalte dein Studium so wie es dir gefällt!

Bildquelle: Jörgens.mi, “Die neue Uni Bibliothek nach der Eröffnung”, gefunden auf Wikipedia [https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Uni_Bibliothek_(Freiburg)_jm49929.jpg]

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